Die großen Etappen

Die Anfänge

Die 1965 von Nicolas Kessely begonnene Arbeit lässt sich - bedingt durch verschiedene geistliche Überzeugungen - in mehrere Etappen einteilen. Sie führt schließlich am 1. September 1977 zur Gründung des Vereins France Pour Christ.

Nicolas, 22 Jahre alt, stammt ursprünglich vom Züricher See. Er bricht das vierte Jahr seines Studiums an der Bibelschule Chrischona in Basel ab, um einen erkrankten Pastor in Saverne (Elsaß) zu vertreten. Als Praktikant kennt er noch nichts von den Anforderungen des Missionsdienstes. In verschiedenen Dörfern hat er die Möglichkeit zu predigen und Bibelstudien zu leiten. Er wird von einem Pastor begleitet.
In diesem Jahr legt ihm Gott die Jugend ans Herz.

Er ist noch unverheiratet, als er sich in Mietesheim niederlässt. Dort gründet er, im Rahmen der Chrischonagemeinden und mit Hilfe mehrerer Freunde, die Mission pour la Jeunesse.
Das Ziel: Die Jugendlichen evangelisieren und sie zu Jüngern Jesu machen.

Die ersten Freizeiten

In Locquignol, im Norden Frankreichs und in Carpentras werden im Sommer wie im Winter Freizeiten angeboten. „Wir haben mit nichts angefangen“, erinnert sich Nicolas.
„Wir sammelten alte Matratzen für die Schlafplätze der Jugendlichen. Die Freizeiten waren kostenlos, jeder brachte mit, was er konnte: Geräucherten Schinken, Kartoffeln, Marmelade...“
Es sind die ersten Gelegenheiten, sich der geistlichen Armut Frankreichs bewusst zu werden.

Mehrere Personen bringen sich in der Anfangsphase dieser Arbeit ein und unterstützen Nicolas.
Fräulein Berthe Kreppi, zum Beispiel, ist Lehrerin und bald im Ruhestand. Dieser gottesfürchtigen Frau liegen die Jugendlichen wirklich auf dem Herzen. Neben ihrer Arbeit setzt sie sich völlig für die Betreuung der jungen Mädchen ein. Sie nimmt sich auch fast jeden Tag Zeit, um mit Nicolas zu beten.
Ursula Herrmann, die Schwester von Nicolas Kessely, ist 17 Jahre alt. Sie beschließt, ihrem Bruder ein Jahr lang unter die Arme zu greifen. Sie übernimmt seinen Haushalt und hilft ihm in seinen Bemühungen, die Jugendlichen zu erreichen.

Fragen an Ursula Herrmann

Wie hattest du dir deine Zukunft vorgestellt?
Ich habe mich mit 7 Jahren bekehrt. Aber als ich 14 war, habe ich mich vom Herrn entfernt. Ich lebte so, wie es mir gefiel, behielt aber trotzdem nach außen hin mein frommes Gesicht. Mit 16 Jahren hielt ich dieses Doppelleben nicht mehr aus. Ich demütigte mich vor Gott und übergab ihm mein Leben völlig. Nach einigen Monaten gab mir der Herr zu verstehen, dass er mich als Missionarin in ein fremdes Land rief. Ich folgte fröhlich diesem Ruf. Ich war bereit ihm zu dienen, wo immer er auch wollte.

Warum bist du deinem Bruder ins Elsass gefolgt?
Ich war bereit nach Afrika zu gehen und wartete auf einen Ruf, doch er kam… von meinem Bruder Nicolas. Er war noch ledig und brauchte meine Hilfe in den Freizeiten, die er für die Jugendlichen in Frankreich organisierte.

War es einfach für dich auf diesem Wege die Schweiz zu verlassen?
Für mich zählte nur das eine: Nützlich für meinen Meister zu sein. Dieser Beweggrund führte mich zuerst zu Nicolas und später dann zu kranken Menschen als Krankenschwester. Anschließend auch als Ehefrau zu Daniel. Es war mir nicht wichtig, in welchem Land ich sein sollte, Hauptsache ich durfte dem Herrn dienen. Ich betete, dass Er mir helfen möge, in meinem Herzen eine Französin zu werden und wirklich die Franzosen lieben zu können, trotz der Sprachbarrieren und Kulturunterschiede. Der Herr hat mich erhört. Ich möchte weiterhin dem Herrn dienen in dem Land, das ich liebe!

Ein erster Timotheus

Fragen an Daniel Herrmann

Kannst du uns in einigen Sätzen sagen, wie du dich bekehrt hast?
Als Kind einer gläubigen und engagierten Familie durchlief ich eine Phase der Ablehnung gegenüber allem, was mit Religion und Gott zu tun hatte. Während einer Jugendfreizeit traf das Evangelium, das mit großem Eifer und Einfachheit von Nicolas Kessely verkündet wurde, mein Gewissen.
Ich war so aufgewühlt, dass ich nicht schlafen konnte: Eine Schlaflosigkeit, die sich als die nützlichste meines Lebens erwies! In dieser Stunde der Wahrheit habe ich meine Auflehnung Gott gegenüber bekannt. Ich fand inneren Frieden durch seine Vergebung.

Wie entwickelte sich denn deine Beziehung zu Nicolas?
Nach meinem Neubeginn wurde ich von Nicolas besucht und auch von ihm eingeladen. Er ermutigte mich und unterrichtete mich in Glaubensfragen. Ich wurde tief vom Leben derer geprägt, die sich für die Verkündigung des Evangeliums für die Verlorenen einsetzten. Dies veranlasste mich, meine Arbeit aufzugeben, um eine vierjährige Ausbildung am Bibelinstitut Chrischona, in der Nähe von Basel (Schweiz) zu beginnen.
Während dieser Zeit wurde der Wunsch in mir noch größer, die frohe Botschaft zu verkünden. Ich lernte Ursula kennen, auch ihr Herz brannte für dieses Anliegen. Wir fanden einander und gemeinsam wollten wir als Missionare in Frankreich dienen, und dies in enger Zusammenarbeit mit Nicolas. Wir sind jetzt 31 Jahre im Dienst für den Herrn!“

Wie hat dich der Herr dann weiter geführt?
Wir haben nie eine besondere Eingebung von Gott erhalten. Es waren vielmehr die Umstände, die Ratschläge der Geschwister, der Wunsch neue Gemeinden zu gründen und die Gnade Gottes, die uns Schritt für Schritt geführt haben.
Hunderte von Geschwistern haben für unsere materiellen Bedürfnisse gesorgt.
Gott hat sich trotz unserer Schwachheit immer treu erwiesen. Ihm sei die Ehre!

Nicolas

Als sich Daniel Herrmann mir anschloss, sprachen wir noch nicht von „Jüngerschaftsschulung“. Ich glaube aber, dass ich sie mit Daniel lebte, ohne es zu wissen! Ich verfolgte kein bestimmtes Programm. Eine enge Freundschaft entstand zwischen uns. Der Herr hat uns ausgebildet und hat uns die Last der Verlorenen mehr und mehr aufs Herz gelegt. Daniel ist dann 1972 definitiv mein Mitarbeiter geworden.

Ein neuer Abschnitt

Interview mit Edith und Nicolas Kessely

Nicolas

Meine Ehefrau Edith unterstützt mich seit 1966 im Dienst für den Herrn. Wir haben immer ein offenes Haus. Nach und nach stellten wir fest, dass die Jugendlichen gemeinsam mit uns leben sollten, wenn wir ihr Leben prägen wollten. Wie viele waren es dann schließlich, die sich über kurz oder lang bei uns aufhielten!

 

Fragen an Edith Kessely

Hattest du eine Vorstellung von der Arbeit, die euch nach eurer Hochzeit erwarten würde?
Nein, ich wusste wirklich nicht, was der Herr mit uns vorhatte, wie er uns führen würde. Wir wollten ihm gemeinsam dienen, für Ihn leben. Alles Weitere sollten wir dann nach und nach entdecken.

Wie waren für dich die ersten Jahre?
Ich habe sehr schnell festgestellt, dass das Leben als Missionar kein gemütlicher Spaziergang, sondern vielmehr ein geistliches Schlachtfeld ist. Man ist ein Fremder, fern von seiner Familie. Man erlebt die Ablehnung und den Widerstand gegen das Evangelium. Ich fühlte mich manchmal wie der „Abschaum der Welt“. Ich habe oft Tränen vergossen.

Es war wertvoll und ermutigend, Mitarbeiter an unserer Seite zu haben, mit denen wir gemeinsam beten konnten. Diese Zeit war sehr bereichernd und interessant für uns, auch für unsere Kinder, aber nicht immer einfach. Dieser Kampf setzte voraus, dass man auf einiges verzichtete. Der Dienst für den Herrn geschieht oft auf ganz praktische Art und Weise, etwas was ich in dieser Zeit gelernt habe.
Wir hatten häufig mehrere Mitarbeiter zu Gast, auch an unserem Tisch! Die Bereitschaft, mit der richtigen Herzenseinstellung zu dienen, war oft wichtiger als alles andere. Ich habe mich besser kennen gelernt, meine Verhaltensweise, meine Beweggründe, und wie ich von der Gnade Gottes leben kann. Ich bin immer mehr davon überzeugt, dass die Ehefrau eines Missionars eine entscheidende Rolle hat: Sie kann ihm entweder zum Erfolg oder zur Niederlage in seinem Dienst verhelfen.

Was hat dich in dieser Zeit am meisten geprägt?
Die Kraft des Evangeliums und die Treue Gottes. Seine Macht wird so deutlich sichtbar, wenn man miterlebt, wie sich die Jugendlichen bekehren, sich für Jesus engagieren und wenn ihr Leben Früchte trägt. Gott hat so viele Gebete erhört, die zum Himmel aufgestiegen sind. Wir waren Zeugen seiner Treue. Er hat immer im rechten Augenblick und manchmal auf wundersame Weise für unsere persönlichen, familiären Bedürfnisse und die des Werkes gesorgt. Ich habe gelernt, ihm jeden Tag aufs Neue zu vertrauen. Und er hat mich nie enttäuscht!

„Jugend Spezial“: Von 1968 bis 1974

Nicolas

Auch wir hatten unseren „Mai 1968“! Der Herr hatte uns nahe gelegt, den Jugendlichen in unserer Gegend das Evangelium zu verkündigen.

Diese evangelistische Arbeit entwickelt sich zu allererst in Brumath, 20 Kilometer von Strassburg entfernt. «Jugend Spezial» veranstaltet große Events an verschiedenen Orten: In Tanzclubs, Festsälen. Sie werden regelmäßig von Gerhard Peilhon geleitet. Andere Musikgruppen sind auch eingeladen, wie zum Beispiel: „Vent d’Espoir“. Der Gitarrist, Alain Stamp, freundet sich mit unserem Team an. Er wird einige Jahre später auch ein Mitarbeiter.


Es stehen Kleinbusse zur Verfügung, ihre Fahrpläne werden in dem lokalen Tagesblatt veröffentlicht. Sie fahren von Ort zu Ort und bringen Jugendliche zu den jeweiligen Veranstaltungen. Viele dieser jungen Menschen übergeben Christus ihr Leben. Man kann von einer geistlichen Erweckung unter der Jugend sprechen. Erst viel später lernt unser Team eines der Geheimnisse für dieses Handeln Gottes kennen: Seit langem schon versammelt sich die ältere Generation einer lutherischen Kirche aus der Umgebung abends nach der Arbeit, um im Haus einer älteren Missionarin für die Jugend zu beten.

Nicolas

1970 macht uns jemand einen Vorschlag, der einem Wunder gleicht: Ein Haus wird uns zur Verfügung gestellt, für eine Monatsmiete von 50 F (7.62 Euros) und das über 15 Jahre! Wir bekommen noch dazu mehr als 10 000 F (1.525 Euros) und die Ziegel, um die Reparaturarbeiten in Angriff zu nehmen. Dieses Haus befindet sich im landwirtschaftlichen Alteckendorf, östlich von Strassburg. Das Angebot kam am Sonntag und am Montag beginnen wir schon mit den Bauarbeiten. Das sagt einiges aus über unseren Charakter!

Begegnungen mit Auswirkungen

Die Neubekehrten müssen begleitet werden. Gott schickt im richtigen Augenblick die richtigen Leute. Ralph Shallis wird zu einem Berater, einem Freund. Er vermittelt Nicolas und dem Team seine Liebe für das Wort Gottes. Ralph gibt ihnen auch die Vision der lokalen Gemeinde weiter, der lebenden Zelle und der apostolischen Mitarbeiterschaft, die er „l'Eglise Portative“, „die tragende Gemeinde“ nennt.
Seine Gegenwart ermöglicht auch die Entstehung der „Alliance de sel“, (Salzbund). Mehrere Brüder aus verschiedenen Missionswerken Frankreichs treffen sich zu bestimmten Zeiten, unter der Leitung von Ralph Shallis, um sich gegenseitig zu ermutigen. Sie wollen heraus finden, wie sie für das geistliche Wohl Frankreichs beten und handeln können. Dieser Bund wird später der Unterstützerkreis des neuen Ausbildungsprogramms, das Mike Evans am Genfer Bibelinstitut anbietet.

Im Rahmen einer Erweckungskonferenz trifft die Mannschaft von «Jugend Spezial» auf Roy Hession. Sein Zeugnis ermöglicht dem gesamten Team, die Gnade und das vollkommen ausreichende Werk des Herrn Jesus wieder neu zu entdecken.

Nicolas

Roy hat mich gelehrt, dass geistliche Erweckung etwas ist, was ich heute, ja, jeden Augenblick erleben kann. Wenn ich meine Sünde bereue, ist alsbald meine Beziehung auf vertikaler Ebene mit Ihm und auf horizontaler Ebene mit den anderen wieder hergestellt. Diese Botschaft der Hoffnung hatte ihre Auswirkungen auf unser Leben. Der Herr wirkte in uns. Wie schwierig ist es doch, damit aufzuhören, sich selber verteidigen zu wollen und einfach bereit zu sein, seine Fehler anzuerkennen.

„Erweckung heute“

Zu dieser Zeit beginnen die Jugendkonferenzen „Erweckung heute“. Über 10 Jahre lang - jeweils an Ostern - werden die jungen Christen dazu ermutigt, Christus tiefer kennen zu lernen und in ihrem geistlichen Leben zu wachsen.

„Das diakonische Jahr“

Den Jugendlichen wird angeboten, einen Kurzzeiteinsatz in der Mission zu machen. Ein Jahr lang können sie einen Missionar unterstützen, von seiner Erfahrung lernen und selber ihre Gaben für den Dienst des Herrn entdecken. Viele junge Leute, Mädchen wie Jungen, wagen diesen Schritt. Diese Erfahrung wird ihr späteres Leben prägen. Viele entscheiden sich für einen Weg in die Mission.

Die ersten Taufen

Einige der Jugendlichen entdecken im Wort Gottes auch die Lehre Christi über die Taufe. Sie bitten Nicolas und sein Team, durch sie getauft zu werden. Nicolas lehnt dies zuerst ab. Er ist für die Kindertaufe. „Aber in Wirklichkeit haben wir es abgelehnt, weil wir selber noch nicht als Erwachsene getauft waren! So mussten wir als Vorbilder zuerst „ins Wasser steigen!“, erinnert sich Nicolas. Wie soll man andere dazu bringen zu gehorchen, wenn man es selber noch nicht getan hat?

Nominierung von Ältesten

Die Jugendgruppe, wie sie Nicolas nennt, wächst und wächst. Einige sehen ihren Platz nicht mehr in ihren Heimatgemeinden. Sie haben dort nicht die Möglichkeit, dem Herrn zu dienen. Andere müssen ihre Gemeinden verlassen. Für einen Teil der jungen Leute ist der Moment gekommen, eine neue Gemeinde zu gründen. Sie wollen dem Wort Gottes gehorchen und sehen auch die Umstände als Zeichen dafür, dass der richtige Augenblick gekommen ist. Die Meinungen gehen auseinander. Die einen sind für die Gemeinde, das Team „Jugend Spezial“ für die Evangelisationsarbeit.

Nicolas

Ich erinnere mich noch gut an eine heftige Diskussion, die ich mit einem der zukünftigen Ältesten eines Sonntagnachmittags im Frühjahr in seinem Garten hatte. Wir haben uns darauf geeinigt, eine Trennung zwischen uns zu vermeiden. Daniel und ich akzeptierten zögerlich das Prinzip, das zur ersten Gemeindegründung führen sollte, Frucht der Arbeit von „Jugend Spezial“: Die Gemeinde Alteckendorf. Wir haben daraufhin junge Christen als Älteste eingesetzt und stellten bald fest, dass Gott sie dazu befähigte und dass sie sich bewährten. Eine neue Erfahrung für uns!“
 

Die Evangelisation...

…bleibt unsere Priorität. Es werden Busse angeschafft, dem Herrn sei Dank, für kaum nennenswerte Beträge. Diese Busse werden umgestaltet und dienen als Vorführsäle. Von Dorf zu Dorf wird so die frohe Botschaft verkündigt.

 

Ruf aus dem Jura

Anfang der 70er Jahre, nach einer evangelistischen Freizeit im Juragebiet, bittet der Evangelist Jo Wenger die „Jugend Spezial“, die Verantwortung für die Nacharbeit zu übernehmen. Chrischona rät: Die geographische Entfernung ist zu groß. Es wäre besser, sich für etwas Näheres zu entscheiden. Und so werden im Sommer in den Vogesen, über mehrere Wochen hinweg, Freizeiten veranstaltet. Eine Jugendgruppe aus dem Elsass folgt der anderen, wie es die Ferien ermöglichen. Lagerfeuer, Kinderarbeit, Veranstaltungen unter freiem Himmel... Es werden viele Kontakte geknüpft. Diese Personen müssen regelmäßig begleitet werden. Im Herbst werden vom Elsass aus Kalender verkauft. Der Weg ist frei für eine neue Etappe.

Das erste Missionarsteam

1974: Die christliche Gemeinde aus Alteckendorf entsendet seine ersten Missionare: Daniel und Ursula Herrmann, begleitet von Gaby Anstett. Es ist der Beginn einer vom Herrn geführten Evangelisationsbewegung.

Neue Pionierposten

Die Vision einer missionarischen Arbeit entwickelt sich. Jean-Jacques und Lydie Herrmann, die in Maubeuge arbeiten, schließen sich „Jugend Spezial“ an. Ihnen folgen Jean-Louis und Christiane Keller, die bis hierher alleine in Hirson (Aisne), arbeiteten. Immer mehr junge Menschen engagieren sich für ein Jahr Missionsarbeit und tragen dazu bei, dass die Missionsarbeit vorangeht.
1976: Alain und Doris Stamp und vier weitere Mitarbeiter verlassen die Gemeinde in Alteckendorf, um eine Arbeit in der Meuse zu beginnen. Sie lassen sich in Sampigny nieder.

Finanzielle Unabhängigkeit

Das Mitarbeiterteam wächst heran. Die Gemeinde in Alteckendorf auch. Bis hierher gab es nur eine gemeinsame Kasse, eine Buchführung. „Jugend Spezial“ sieht die Notwendigkeit, die lokale Gemeinde von der Last, ein missionarisches Team von 15 Personen finanziell zu tragen, zu befreien. Die Gemeinde von Alteckendorf wird finanziell autonom. „Jugend Spezial“ auch. Diese Entscheidung wird in einer Phase der finanziellen Krise getroffen. Man ist sich einig darüber, keinen Spendenaufruf zu machen. Die Bedürfnisse werden dem Herrn anvertraut und man sorgt sich um die Arbeit für sein Reich.

Die Geburtsstunde von France Pour Christ

Das Missionsteam beschließt, sich vom Chrischonawerk zu trennen, das bisher den Rahmen für die Arbeit bildete. Diese Trennung verursacht Spannungen und Schmerzen. Gegenseitige Vergebung ermöglicht es später, dass Beziehungen wiederhergestellt werden können. Es ist die Geburtsstunde von France pour Christ.

Frankreich: Ein Missionsland

Die geistliche Armut Frankreichs berührt das Mitarbeiterteam, sie wird für sie ein Herzensanliegen. So entscheidet man sich für den Namen: France pour Christ.

Jüngerschaftsschule

Um die jungen Mitarbeiter, die sich dem Team anschließen, auszubilden, werden mehrere Methoden angewendet: Im Elsass sind Seminare angeboten mit unterschiedlichen Rednern, wie zum Beispiel: Ralph Shallis, Roy Hession, Werner Sidler, Gerhard Dagon und andere… Es gibt auch die Variante der Fernschule mit Hilfe von Kassetten, usw. Doch dies alles erweist sich als ungenügend.
Um eine bessere Ausbildung zu garantieren und um weitere Mitarbeiter zu gewinnen wagt FPC, im Vertrauen auf Gott, den Schritt, eine Jüngerschaftsschule zu gründen, in Merkwiller-Pechelbronn, im nördlichen Elsass.

Bis ins Jahr 1956 wurden in diesem Dorf die Bergwerke für den Erdölabbau genutzt. Das riesige Verwaltungsgebäude steht leer. FPC mietet diesen Baukomplex und es werden beachtliche Renovierungs- und Installationsarbeiten vorgenommen. Ein ehrgeiziges Unternehmen. Die Miete steigt von 50 F (7.62 Euros) auf 6 000F (914.70 Euros).

Man darf an dieser Stelle diejenigen nicht vergessen, die eine Schlüsselrolle in diesem Projekt übernommen haben und dessen Vorbild die in der Ausbildung stehende Jugend geprägt hat. Es sind Mark und Mireille Erdmann. Mark ist verantwortlich für die Verwaltung und die praktischen Arbeiten. Da sind auch Roland und Jeanine Hauswald. Roland übernimmt die Koordinierung des Lehrplanes. Über 8 Jahre lang teilt er sich mit Nicolas die Leitung dieses Ausbildungszentrums. Mike und Ingrid Ponsford sind als Lehrkräfte tätig. Sie arbeiten heute für andere Werke. Sehr schnell stellen die Mitarbeiter des Teams fest, dass die jungen Menschen nicht nur einen theoretischen Unterricht benötigen sondern auch eine Begleitung in der evangelistischen Arbeit und den praktischen Aktivitäten.
Die Jüngerschaftsschule von Merkwiller-Pechelbronn wird eine Plattform für die Mission in der Region. Viele Freunde unterstützen diese Arbeit und machen diese erst möglich. Es ist unmöglich, sie alle namentlich zu nennen. Was für ein Zusammenhalt!

Nicolas

Ein Beispiel: Wir benötigten über hundert Raummeter Brennholz pro Jahr. Dank einiger Geschwister, die in der Landwirtschaft arbeiteten, konnten wir 8 Jahre lang dieses Holz kostenlos sägen und abtransportieren.

Verdun

1978: Alain und Doris Stamp schließen sich der Besatzung in Merkwiller-Pechelbronn an. Doris ist schwerkrank. Bernard und Muriel Gross übernehmen die Arbeit in der Meuse und verlegen sie nach Verdun.

Bitche, Fourmies und Haguenau

1980: Jeannot und Marianne Gauggel starten eine Gemeindegründungsarbeit in Bitche, in Lothringen.
Unter der Leitung von Roland Hauswald und Nicolas Kessely - immer von Merkwiller-Pechelbronn aus - wird eine Gemeinde in Haguenau (Unterelsass)) gegründet.
Im Norden Frankreichs, in Fourmies, beginnen Francis und Laureine Aschbacher eine Pionierarbeit.
Langres
1981: Ansiedlung eines Pionierpostens, unter der Verantwortung von Alain Faber und Yves Mandras, in Langres.

VILODEC

1984: Entstehung die Jugendarbeit VILODEC (VIe LOisirs DECouverte), was übersetzt heißt: Leben, Freizeit und Entdecken. Dieser Zweig von FPC ist von Marc Erdmann initiiert.

Vom Norden zum Osten

France Pour Christ leitet eine Studie über die geistliche Situation in den verschiedenen Departements ein und legt sein geographisches Aktivitätsfeld fest: Das geistlich unterversorgte Gebiet vom Pas-de-Calais bis hin zum Juragebiet.

Es ist die Gelegenheit, eine Missionsstrategie festzulegen, die über einen längeren Zeitraum hinweg verfolgt werden kann: Sie zielt auf die:

  • Verkündigung der frohen Botschaft in den geistlich armen Gegenden, um mit Gottes Hilfe Menschen zum Herrn zu führen
  • Gründung von Gemeinden
  • Schaffung von Rahmenbedingungen, damit diese Gemeinden funktionieren
  • Zusammenarbeit mit diesen Gemeinden, damit sie heranreifen und sich vermehren können
  • Suche neuer Diener für den Herrn und Gewährleistung ihrer Ausbildung
  • Mittragen dieser Gemeinden im Gebet

Rohrbach-lès-Bitche

1985: André und Esther Schwab, die von der christlichen Gemeinde Bitche ausgesendet werden, übernehmen die Verantwortung für einen Pioniermissionsposten.

Ein wichtiger Schritt

Madame Weil, Witwe eines Arztes, vermacht FPC ein großes und prächtiges Haus in Drulingen. Dieses Angebot kommt völlig unerwartet in dem Augenblick, wo das ganze Team über den Kauf des Hauses in Merkwiller-Pechelbronn nachdenkt und dafür betet. Durch die Spende dieses Hauses in Drulingen verhindert der Herr, dass FPC sich auf ein gewagtes Unternehmen einlässt. Aber die Mission verfügt nicht einmal über die nötige Summe, um die Notarkosten, die mit dieser Spende verbunden sind, zu decken. Ein weiteres Wunder geschieht. Ohne dass irgendjemand von diesem Bedürfnis erfahren konnte, erhält die Mission eine Spende von 100 000 Francs, (15.245 Euros), in 500 Francs Scheinen. „Ich habe noch nie vorher so viele 500 Francs Scheine auf einmal gesehen!“, erinnert sich Nicolas. Später werden es 450 000 F (68.60 Euros) sein, die für die Umbauarbeiten und die Inneneinrichtung des zukünftigen Sitzes von FPC gespendet werden.

Faulquemont

1986: Die Gemeinde von Bitche wird unabhängig. Jeannot und Marianne Gauggel verlassen Bitche, um eine Pionierarbeit im Faulquemont (Moselle) zu beginnen.

Verlegung des amtlichen Sitzes...

...und des Ausbildungsangebotes nach Drulingen. 1987: Die Verwaltung wird von Roland Frauli neu organisiert.

Charleville-Mézières

1988: Gründung einer Gemeindearbeit in den Ardennen, um der Nachfrage von Bernard Doise nachzukommen, der dort einige Christen versammelt hat. Diese Arbeit steht unter der Verantwortung von Bernhard und Anita Merz.

Erste Schritte der Missionsarbeit im Jura

1989: Beginn der Evangelisation im Jura durch Sommerfreizeiten.

Marly-Valenciennes

1990: Eine Missionsarbeit entsteht in Valenciennes, mit Jean-Jacques Herrmann, der in Feignies bei Maubeuge wohnt. Familie Aschbacher lässt Fourmies hinter sich und kommt nach Valenciennes.

Dole

1991: Entstehung einer Missionsarbeit in Dole im Jura, mit Pierre und Martine Fleck.

Luxeuil

1992: Auf die Bitte des Gründermissionars Sturé Larrson wird die Gemeinde in Luxeuil France pour Christ angeschlossen
FPC unterstützt die Entstehung des Bibelinstituts in Genf, (IBG), in Zusammenarbeit mit der „Alliance de Sel“.

Champagnole

1994: Charles und Sylvie Schott verlassen Langres und beginnen ihren Pionierdienst in Champagnole.

Lille-Lens-Douai

1995: Eine Pionierarbeit beginnt in der Gegend von Lille-Lens-Douai. André und Esther Schwab verlassen Rohrbach, um das Team in dieser Gegend zu leiten. Jean-Louis und Christiane Keller übernehmen die Nachfolge in Rohrbach.

FPC organisiert sich neu

Um den Vereinsrichtlinien gerecht zu werden, beschließt FPC die Leitung der Mission an Brüder zu übertragen, die nicht Missionare sind. Arthur Letzelter, aus der Gemeinde in Bitche, wird zum Vorsitz des Komitees gewählt. Ein Missionsrat sorgt sich um die geistliche Orientierung der Arbeit. Er steht unter der Führung von Nicolas Kessely. Im Jahr 2000 sind weitere Umstrukturierungen notwendig mit der Gründung von Vereinen, die sich mit spezifischen Aktivitäten befassen, wie AGORA, für die Arbeit auf den Märkten und den „Amis de FPC“, für die Aktivitäten in der Missionszentrale.

1996: Zahlreiche Veränderungen

Die Mannschaft von Lille-Lens-Douai vergrößert sich: Familie Schwab zieht nach Rouvroy um, Familie Dettwiler kommt nach Hénin-Beaumont, Familie Niess nach Phalempin, Yves und Janine Mandras nach Pont-à-Marc. Familie Gross lässt sich in der Gegend von Luxeuil nieder, um die Gemeinde zu stärken. Jean-Pierre und Christina Schneider übernehmen die Arbeit in Verdun. Nicolas und Edith Kessely ziehen von Haguenau nach Drulingen um. Familie Frauli lässt sich in Haguenau nieder, um die Gemeinde zu unterstützen. Das „diakonische Jahr“ wird wieder angeboten und Joel Fischbach ist der erste Bewerber. Er hilft Pierre Fleck in Dole.

Beaune

Daniel und Ursula Herrmann verlassen die Vogesen, um sich im Süden von Dijon niederzulassen. Sie möchten zu allererst die Gemeinden vor Ort ermutigen und dann später eine Gemeindegründungsarbeit in Beaune beginnen.