Das Projekt 50-40/20

Nur träumen oder glauben?
Nachdem FPC sein missionarisches Konzept erstellt hatte, überlegten wir, was es für die nächsten zehn Jahre konkret bedeutet, dem Missionsauftrag zu gehorchen. Auf der Grundlage eines einfachen Prinzips: „Eine Gemeinde pro 10 000 Einwohner“.
Aus dieser Überlegung entstand das Projekt mit dem Namen „50-40/20“, d. h. wir bitten den Herrn der Ernte, uns bis zum Jahr 2020 50 neue Missionare und 40 Zeltmacher zu senden!
Einige erklärende Bemerkungen:
- Ist es geistlich, solch ein Projekt zu entwerfen? Ganz gewiss. Jesus hat uns aufgetragen, um Arbeiter zu bitten. Arbeiter? Doch wieviele, um wohin zu gehen und wozu? Warum sagt Jakobus „Ihr bittet und empfangt nichts, weil ihr übel bittet“? In diesem Zusammenhang deckt Jakobus die falschen Motive auf, aber nicht nur!
- Wir wissen, dass „beim Menschen die Überlegungen des Herzens sind, aber vom Herrn die Antwort kommt“. Gott alleine verwirklicht unsere Träume und Pläne… die mit seinem Willen übereinstimmen, doch erwartet er von uns den Glaubensmut.
- Wer sich bestimmte Ziele setzt, ist noch lange nicht davon befreit, zu glauben! Wir sind vielmehr ganz auf Gott geworfen angesichts dieser großen Aufgabe. Ziellosigkeit führt zu Passivität und Rückgang. In den kommenden Jahren werden elf Missionare pensioniert. So ist es wichtig, die Augen offen zu halten für die Bedürfnisse, sie – so weit möglich – einzuschätzen und sie zu Gebetsanliegen zu machen.
- Dieses Projekt wird weitgehend von anderen Werken und Missionen und insbesondere von dem evangelikalen Nationalrat CNEF unterstützt. Natürlich werden nicht alle Franzosen evangelisiert sein, wenn diese Zahl erreicht ist. Aber durch das Zeugnis der entstandenen Gemeinden haben sie die Gelegenheit, zumindest einmal in ihrem Leben mit dem Evangelium konfrontiert zu werden.
- Bis hierher haben wir das Projekt in seiner Gesamtheit vorgestellt. Vor Ort jedoch gehen jeder Gemeindegründungsarbeit viele Absprachen voraus, ganz im Sinne des CNEF. FPC möchte mit all denjenigen, die ähnliche Ziele verfolgen, einen aktiven Dialog führen und sie respektieren.
- Da die Aufgabe unsere Kapazitäten übersteigt, strebt FPC in einigen Städten nicht die Gründung nach dem Prinzip „1 Gemeinde pro 10 000 Einwohner“ an, sondern vielmehr die Gründung einer grösseren Gemeinde, die in ihrem Einzugsgebiet ein Zeugnis ist. Gott liebt die Verlorenen weit mehr, als wir es tun. Der Herr selbst sagt, dass „die Ernte reif ist...“
- Aus diesem Grund baut FPC Partnerschaften aus, um von anderen Werken Hilfe an der Stelle zu erhalten, wo evtl. Schwachstellen sichtbar werden. Aber auch um unsere Partner in ihren jeweiligen Aufgaben zu unterstützen.
Mit diesem Projekt „50-40/20“ möchten wir uns dem Herrn der Ernte, dem Evangelium und denen, die dieses Anliegen mittragen, ganz zur Verfügung stellen.
Alain Stamp
Das Projekt 50-40/20 visuell dargestellt

Ein Projekt umsetzen, das unser Vorstellungsvermögen übersteigt
Gemeinsam mit den Mitarbeitern von FPC, die ich jeweils vor Ort besucht habe, konnten wir die Ziele für die nächsten zehn Jahre festlegen.
Im Blick auf die umfangreiche Aufgabe hat Psalm 108 mein Vertrauen zu Gott gestärkt. David ging nicht in die Defensive, er führte eine Politik der Ausweitung. Unter seiner Regierung kam sein Reich den Grenzen nahe, die Gott Abraham verheißen hatte.
In Vers 10 fragt David: „Wer wird mich leiten nach Edom? Wer wird mich führen in die befestigte Stadt?“ Die Edomiter, Nachkommen Esaus, hatten sich oft als Feinde Israels erwiesen. Die Stadt - in nzugängliche Felsen gebaut - schien unbezwingbar zu sein, das einzunehmende Land war riesig. Doch Davids Herz bliebt fest, er ging mutig voran.
Wodurch gelang ihm dies?
- Weil Gott Gott ist! Er ist gütig und handelt dementsprechend. Er ist wahrhaftig. Was Er sagt, verpflichtet ihn. Er hält sich an Seine Versprechen.
- Aufgrund Seiner Zusage: „Ich werde siegen! Auf Edom will ich meine Sandale werfen... (V. 9). D. h. es wird mein Besitz. Lesen Sie die Beschreibung der Gebiete. Ob in Sichem im Landesinnern, in Richtung Mittelmeer, östlich des Jordan oder in Richtung Süden in den Nachbarländern - Gott geht siegreich voran! Er ist nicht an Grenzen gebunden. Er ist souverän.
- Weil David das rechte Motiv hatte: dass Gott unter den Heiden verherrlicht würde.
- Er schätzte die menschliche Hilfe richtig ein. Er verfügte über ein Heer von 6 000 tüchtigen Männern. Die Organisation seines Reiches und die zahlreichen ihm zur Seite stehenden Berater zeigen, dass David wusste, dass er auf Rat und Hilfe anderer angewiesen war. Trotzdem sagte er, dass Menschenhilfe wertlos sei (V. 13). Warum? Weil er wusste, dass Gottes Hilfe entscheidend war. Die Befestigungen stürzten ein, sobald Gott mit seinem Volk auszog. Auch Saul, sein Verfolger, hatte ein starkes Heer, doch Gott hatte sich von ihm zurückgezogen. Mit Gott allein sind wir siegreich.
In dem geographischen Gebiet, für das FPC verantwortlich ist, will Gott alles „unter die Herrschaft Christi zusammenfassen“. Er möchte jetzt schon in unseren Herzen regieren. Ich habe jedoch Bereiche bei mir entdeckt, die sich nicht völlig der Herrschaft Christi unterstellen wollen; ich möchte sie tagtäglich unter seine Kontrolle geben. Regiert Er jetzt in diesem Augenblick in Ihrem Herzen?
Jesus ist das Licht der Nationen. Er möchte aus allen Völkern eine neue Familie schaffen. Die Ausbreitung seines Reiches geschieht durch die Verkündigung der Frohen Botschaft. Sie werden feststellen, dass die großen Herausforderungen die Kräfte von FPC weit übersteigen. Wir könnten uns auch mit einer defensiven Strategie begnügen, würden dabei jedoch den Missionsbefehl ignorieren „... allen Menschen“. Wir – aber auch die Gemeinde – müssen diesem Befehl gehorchen und bereit sein, auf unsere gewohnte
Vorgehensweise zu verzichten. Tun wir es nicht, werden wir sein wunderbares Eingreifen nicht erleben und zur weltweiten Verherrlichung Seines Namens nichts beitragen. Lasst uns in Gemeinschaft mit Gott leben und im Glauben mutig vorangehen!
