Editorial

Ist Evangelisation schwierig?

Frankreich hat einen schlechten Ruf. Es ist bekanntlich ein Land, das schwerlich mit dem Evangelium zu erreichen ist.

In den letzten 30 Jahren jedoch ist die Anzahl der evangelikalen freikirchlichen Gemeinden erfreulicherweise beachtlich angestiegen. Auf dem letzten Mitarbeitertreffen der Missionare von France pour Christ wurde die Frage gestellt: Lehnen die Franzosen das Evangelium ab oder verstehen sie nicht, was wir ihnen mitteilen möchten? Denn in Anbetracht ihres religiösen Hintergrunds reicht es aus, einer Religion anzugehören oder getauft zu sein und vom sozialen Hintergrund her ist Religion eine Privatsache; jeder glaubt, was er will.

Ein Mitarbeiter von France pour Christ teilte seine Überlegung mit, dass bestimmte Evangelisationsmethoden nicht die erwarteten Früchte bringen, weil unsere Mitmenschen unsere Botschaft nicht verstehen. Weil sie ein Evangelium brauchen, das in den Taten sichtbar wird, ein gelebtes Evangelium. Wir Jünger Jesu, die die Gemeinde bilden, sollen es verkörpern. Die Propheten haben oft ihre Botschaft verkörpert. Jesus hat die Weisheit, Macht und Liebe Gottes verkörpert. Bieten wir unseren Kollegen, Freunden, Familien konkret die Möglichkeit, Jesus in unserem Leben zu sehen? Sehen sie Ihn den „Unterschied“ ausmachen in unserem Leben oder haben wir ihnen lediglich eine „Botschaft“ mitzuteilen?

Ich kenne einen jungen Evangelisten, der regelmässig mit den Jugendlichen aus einem schwierigen Wohnviertel Fussball spielt. Er verkörpert somit die Werte des Evangeliums, ...indem er Fussball spielt! Anschliessend kommt er mit ihnen ins Gespräch. Zu einfach?

Lasst uns unser Möglichstes tun, damit Christus in unserem Leben sichtbar wird.

Alain Stamp