Editorial

Sola Gratia

Das Wort Gnade wird in vielen Zusammenhängen benutzt. Für das Begnadigungsrecht des Präsidenten, für jemanden, der einen gewissen Charme ausstrahlt; Gnade in den Augen von jemandem finden, heißt, mit seiner Nachsicht rechnen. Man spricht auch von einer begnadeten Person, wenn diese besondere Fähigkeiten besitzt.

Die Gnade ist ein Merkmal Gottes, das Luther vor fünf Jahrhunderten wieder entdeckt hat. Sie drückt seine Güte gegenüber denen aus, die eine Strafe verdient haben. Gott beschließt aus freien Stücken seine Gunst denen zu erweisen, die es nicht verdient haben. Was für ein Geschenk! Die Gnade Gottes kennen, verwandelt das Leben, wie zum Beispiel das von Julie und Pierre; als sie das Evangelium hörten, riefen sie aus: „Was für ein Gewicht ist von unseren Schultern abgefallen!“

Gott macht keinen Unterschied bei den Menschen, alle, ohne Ausnahme, haben die herrliche Schönheit verloren, mit der Gott sie bekleidet hatte. Niemand kann behaupten, vor Gott angenehm zu sein, oder in seine Gegenwart treten zu dürfen. Deshalb bietet Er allen die Möglichkeit, gerechtfertigt zu werden, das heißt gerecht, vergeben, begnadigt zu sein. Sie bekommen diese Gunst als unverdientes Geschenk seiner Großzügigkeit.

Wie ist das möglich? Schließt Gott einfach die Augen zu und sieht nicht mehr, wie wir seine Gerechtigkeit verletzen? Nein! Es ist möglich, weil Jesus Christus alles erfüllt hat, was nötig war, um uns von unserer Strafe zu befreien. Er hat die Strafe, die unsere Sünden verdient haben, auf sich genommen. Durch seine Kreuzigung hat Er sich geopfert, um uns zu reinigen und uns die göttliche Vergebung zu erteilen.

Wer kann zu dieser Vergebung gelangen? All diejenigen die glauben, dass Jesus für sie gestorben ist. Eine einzigartige Nachricht für denjenigen, der sich schuldig weiß und es anerkennt!

Anlässlich der 500 Jahre der Reformation möchte das Team von France pour Christ, dankbar für die Gnade Gottes, dazu beitragen, dass die kostbare Botschaft, die Luther uns übermittelt hat, neu entdeckt wird.

Jeannot Gauggel